Montag, 9. Januar 2017

Heiße Erde, Huka Falls und Herr der Ringe

Hallo und willkommen zurück! Da wir ja jetzt wieder unterwegs sind, habe ich auch wieder deutlich mehr zu erzählen. Freut euch also auf einen langen Eintrag mit vielen Bildern! Also, wir waren stehengeblieben in Rotorua. Dort geht es auch direkt weiter, und zwar mit einer lustigen Sache. Anni hat nämlich ein Schnäppchen auf Bookme.com ergattert und sich so eine Runde OGO gesichert. Wer sich jetzt fragt 'eine Runde was?', keine Sorge. Das war auch meine Reaktion. Also, bei OGO handelt es sich um riesige Plastikbälle, in die man reingesteckt wird um dann darin einen Berg hinunterzurollen. Ja, das gibt es wirklich und ja, dafür bezahlen Leute tatsächlich Geld (ich allerdings nicht). Anni hat es aber gefallen, auch wenn das Vergnügen natürlich nicht besonders lange dauert.

OGO Bälle in Fahrt

Am selben Tag haben wir dann noch eine Wanderung durch einen Redwoodwald unternommen. Da gibt es nicht viel drüber zu erzählen, außer dass sowohl Wetter als auch Landschaft sehr schön waren.

 Der Wanderpfad

 Anni im Blumenmeer

Man beachte den blauen Himmel

Am Abend waren wir dann noch auf dem Abendmarkt von Rotorua, der weithin bekannt ist und empfohlen wird. Und tatsächlich haben sich auf diesem kleinen Markt dann auch gefühlt mehr Menschen gedrängt, als die Stadt überhaupt Einwohner hat. Es gab ein paar Kunststände, aber vor allem Essen. Wir haben zielsicher den deutschen Stand mit Bratwurst, Leberkäs und Sauerkraut angesteuert. Anni hat sich eine Bratwurst für 3 Euro geholt, während ich mir eine Kombination aus Leberkäs und Sauerkraut für stolze 6,50 Euro geleistet habe. Naja, man gönnt sich ja sonst nichts. Bei unserer Freude über deutsches Essen haben wir allerdings komplett vergessen Fotos zu machen.
Am nächsten Morgen sind wir gleich ins Geothermalwunderland gefahren. Das kann man sich wie ein Gelände mit lauter Ergebnissen vulkanischer Aktivität vorstellen durch das Rundwege führen. Das ganze kostet ungefähr 21 Euro Eintritt pro Person und beinhaltet immerhin auch einen Geysirausbrauch (ist aber trotzdem ziemlich überteuert). Wir waren jedenfalls schon halb zehn morgens am Start, um ja nicht den Ausbruch zu verpassen. Nachdem eine Parkmitarbeiterin Seife in das Loch gekippt hatte, war das Ergebnis dann auch ziemlich interessant anzusehen. Erst hat es ein bisschen geschäumt und gebrodelt und dann kam das Wasser nur so herausgeschossen.

 Das Anfangsstadium

 Der Geysir in voller Pracht

Nachdem wir uns den Geysir angeschaut hatten, ging es direkt in das eigentliche Geothermalgebiet. Dort haben wir unter anderem viele brodelnde Schwefellöcher, einige Seen und heiße Quellen gesehen. Das interessanteste waren aber die Farbablagerungen, die zustande kommen wenn Mineralien aus der Erde getragen werden und mit der Luft reagieren. So gibt es zum Beispiel eine Fläche mit dem Namen Farbpalette, weil er verschiedenste Farben an der Oberfläche aufweist. Unser absoluter Favorit war aber ein See mit dem klangvollen Namen 'Bad des Teufels'. Dessen Wasser ist nämlich giftgrün, und das nur wegen seinem Mineraliengehalt. Das Bild ist wirklich nicht bearbeitet!

 Ausblick auf  einen Teil des Landes

 Ein Schwefelloch

Mineralbedingte Farbablagerungen

 Schwefeldämpfe über dem See

 Die Farbpalette

Das Bad des Teufels

Nach unserem Besuch im Geothermalwonderland haben wir uns dann noch einen der stärksten Wasserfälle in Neuseeland angeschaut. Die Huka Falls befördern pro Sekunde 200.000 Liter Wasser nach unten und sehen dementsprechend ziemlich spektakulär aus. Dazu kommt dass das Wasser des Flusses wunderschön klar und dunkelblau ist. Der Fluss selbst hat übrigens so eine starke Strömung, dass die in ihm montierten Wasserkraftwerke 15 Prozent der gesamten Stromversorgung von Neuseeland abdecken. Auf jeden Fall war das bis jetzt der beeindruckendste Wasserfall den wir gesehen haben!

 Die Huka Falls von weitem

 Der Fluss selbst

Der eigentliche Wasserfall von näherem

Am nächsten Morgen hatten wir dann um 10 einen 'Termin' in einem nahegelegenen Spa. Das klingt jetzt aber toller als es eigentlich war. Für 8 Euro pro Person durften wir in thermale Mineralienpools, die sehr gut für die Haut sein sollen und von einer heißen Quelle gespeist werden. Die Erfahrung war ganz schön, obwohl wir nicht wirklich einen Vorher-Nachher-Effekt bemerkt haben. Bilder haben wir davon leider auch nicht, weil unsere Kamera mit Wasser so ihre Differenzen hat. Aber dafür kann ich einen schönen Blick auf den Lake Taupo geben. Das ist der größte See auf der Nordinsel und wir hatten das  Glück ihn bei strahlendem Sonnenschein zu erwischen. Die Berge im Hintergrund sind übrigens die, die wir bei unserer Mehrtageswanderung nächste Woche überqueren werden, jedenfalls laut Anni. Ich hoffe bis zuletzt dass das nur ein Witz ist ...

 Blick auf die Berge

Panoramablick über den See

Und nun kommen wir zu dem Teil, auf den zumindest einige von euch schon eine ganze Weile warten. Ja, am Sonntag haben wir es endlich geschafft und uns Hobbiton, also das Auenland angesehen. Für alle Ahnungslosen: dabei handelt es sich um den Ort, an dem die Heimat der Hobbits für die Herr der Ringe Filme nachgebaut wurde. Wem das jetzt immernoch nichts sagt, dem empfehle ich sich mal über Klassiker der Fantasyliteratur zu informieren.
Also, wir haben für stolze 55 Euro pro Person eine geführte Tour (das ist die einzige Option die man hat) durch das Filmset bekommen. Als eine Person die noch nie die Filme gesehen hat, hab ich dem Geld schon hinterhergetrauert. Aber da ich grade das Buch lese wusste ich zumindest worum es geht und ich muss zugeben, die Aufmachung ist wirklich zu goldig. Es ist alles so klein, grün und rund und die Guides wissen auch wovon sie reden. Für alle Herr der Ringe Fans lohnt es sich auf jeden Fall.

 Willkommen im Auenland!

 Ein Hobbithöhleneingang

 Anni vor einer Hobbithöhle

 Die Hobbithöhlen in der Hügellandschaft

 Der grüne Drachen (eine Bar)

Anni und ich mit unserem Ingwerbier, das war inklusive

Ja, soviel zu Hobbiton. Es war auf jeden Fall eine einmalige Erfahrung.
Das war am Sonntag. Montag, also gestern, waren wir bei einem ziemlich versteckt gelegenen Wasserfall mit einem schönen Becken am Fuß. Der Abstieg darunter war enorm steil und gefährlich, weil es keinen richtigen Weg gab. Ich bin oben geblieben, aber Anni war eine Runde im eiskalten, aber sehr klaren und sauberen Wasser schwimmen. 

 Der Wasserfall von oben

Blick von unten

Heute hatte Anni einen Zahnarzttermin, weil sie eine neue Blombe gebraucht hat. Danach sind wir dann größtenteils Auto gefahren um weiter an die Ostküste zu kommen. Die werden wir uns in den nächsten Tagen ansehen, bevor Anni dann am 16. Januar ihren Bungeesprung am Lake Taupo hat. Am selben Tag startet dann auch unsere Mehrtageswanderung (ich weiß nach wie vor nicht warum ich das überhaupt mache) und endet am 18. Danach fahren wir dann runter nach Wellington und haben noch etwas Zeit uns die Stadt anzusehen bevor dann am 21. unsere Fähre auf die Südinsel geht.
Ja, soweit so gut. Ich melde mich wieder sobald ich kann, ich tippe mal auf Anfang nächster Woche.

Liebste Grüße von uns beiden!

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