Dienstag, 22. November 2016

Der Roadtrip beginnt

Da sind wir wieder! Wir sind gerade in einem Imbiss mit WLAN, deshalb nutze ich die Gelegenheit für den nächsten Blogeintrag. Wie ihr ja wisst haben wir am Montag unsere kleine Farm hinter uns gelassen und sind Richtung Norden aufgebrochen. Am Montag selbst haben wir uns erst einen Wasserfall angesehen und sind dann in einer Glühwürmchenhöhle gewesen.  Wir sind durch Wasser und Schlamm über Felsen geklettert und kamen uns dabei wie Entdecker vor. Das ganze war sehr beeindruckend, aber leider gibt es in der Höhle kein Licht und die Kamera ist nicht gut für solche Aufnahmen. Die Höhlenbilder sind also nicht so gut geworden.

Anni vor dem Wasserfall

Der Eingang zur Höhle 

Das Tageslicht schwindet 

Ich im Lichtkegel 

Glühwürmchen an der Höhlendecke

Danach sind wir dann hoch nach Whangarei gefahren und haben unsere erste Nacht im Van angetreten. Insgesamt war es besser als erwartet, das Bett reicht auf jeden Fall für uns und ist auch bequem und unser Gaskocher funktioniert einwandfrei. Allerdings haben die kostenlosen Campingplätze die wir größtenteils ansteuern werden nur eine öffentliche Toilette und sonst nichts, was schon etwas gewöhnungsbedürftig ist. 
Nach dem Frühstück am Dienstag (Müsli und Haferflocken) sind wir erst einkaufen gefahren und waren dann endlich bei Fantastic Beasts im Kino. Das Kino ist eigentlich dasselbe wie bei uns zu Hause, nur auf Englisch natürlich. Überraschenderweise hat uns der Film aber nur 10 Dollar (6,30 Euro) gekostet. Die Investition hat sich definitiv gelohnt, der Film ist Spitze und ich bin auch mit dem Englisch zurechtgekommen. Aber bevor ich jetzt völlig in meiner Harry Potter Liebe aufgehe kommen wir lieber zurück zum Thema. Nach dem Kino sind wir zum nächsten Campingplatz gefahren, mit Zwischenstopp an einem weiteren Wasserfall.

 Die Whangarei Falls

Unser nächster Campingplatz lag direkt hinter den Hundertwassertoiletten. Hundertwasser war ein österreichischer Künstler des letzten Jahrhunderts und hat diese Toiletten gestaltet. Sie wurden 1999 eröffnet und waren sein letztes größeres Werk (er ist 2000 gestorben).

 Der Toiletteneingang

 Fliesenkunst

Die eigentlichen Toiletten

Heute morgen waren wir dann für 2 Euro Eintritt im örtlichen Schwimmbad, damit wir dort duschen konnten. Ein bisschen geschwommen sind wir aber auch. Ansonsten haben wir uns heute noch einen weiteren Wasserfall, ein kleines Küstenstädtchen und eine abgelegene, aber sehr schöne Bucht angesehen.

 Die Rainbowfalls

 Ausblick von einer Aussichtsplattform

 Die Tapoa Bay

 Der Strand in der Bucht

Anni hat heute übrigens mal ihre Füße reingehalten, und der Ozean ist wirklich eiskalt. Das heißt nach wie vor kein Baden für uns. Aber dafür sitzen wir jetzt in einem Fish Shop, der berühmt ist für seine Fish & Chips. Anni wollte das ja sowieso schon die ganze Zeit mal essen, und das haben wir jetzt erledigt. Es war sehr lecker! Die Fischart heißt übrigens Hoki, aber ich weiß nicht wie der aussieht.

Fish & Chips

Ja, das wäre es bisher. Morgen fahren wir hoch zum Cape Reinga, der nördlichsten Spitze von Neuseeland. Ich melde mich wieder sobald ich irgendwo WLAN bekomme.

Liebste Grüße von uns beiden!

Sonntag, 20. November 2016

Die letzten Tage auf der Farm

Hallo zurück! Nehmen wir erstmal das spannendste vorweg: Nein, wir haben das Erdbeben nicht gespürt, aber wir haben nähere Infos dazu. Das Erdbebenzentrum befand sich ganz im Norden der Südinsel in der Nähe von Christchurch (für die die es vergessen haben, wir sind momentan im Norden der Nordinsel), war aber sogar bis hoch nach Auckland (Mitte der Nordinsel) zu spüren. Es war eines der schwersten Erdbeben das Neuseeland je hatte, deshalb ist es ein absolutes Wunder dass es tatsächlich nur 2 Tote gab. Dafür sind Sachschäden in Millionenhöhe entstanden und wir sind wirklich froh, dass wir davon nicht betroffen sind. Nach dem Erdbeben gab es Vulkan- und Tsunamiwarnungen, die jedoch mittlerweile alle wieder abgesetzt sind. Allerdings hat ein heftiger Sturm die Aufräumarbeiten da unten deutlich erschwert. Nähere Informationen zu den entstandenen Schäden können wir dann weitergeben wenn wir selbst auf die Südinsel übersetzen (was aber nicht vor dem nächstem Jahr passieren wird).
Aber zurück zu uns. Wir haben letzten Sonntag unseren ersten richtigen Ausflug mit Nelly unternommen und sind an den Strand gefahren. Baden waren wir aber wieder nicht, das Wasser ist immer noch sehr kalt. Dafür haben wir aber interessante Felsformationen und Bäume entdeckt.

 Strand an der Westküste von Neuseeland

 Eine gut erhaltene Muschel 

 Ein durch Ebbe und Flut entstandenes Wasserloch

 Anni in einer Baumformation

Muschelansammlung an Felsen im Meer

Nelly hat übrigens auch bei diesem Ausflug keine Probleme gemacht. Als nächstes kann ich euch Bilder von den Ergebnissen unserer Arbeit zeigen. Wir haben insgesamt 10 Beete gejätet, mit Mulch bedeckt und bepflanzt.

 Das hier ist das größte und hat uns über eine Woche gekostet

 Sechs kleine Beete vor dem Haus (eins war da noch nicht gejätet, das ist ganz rechts)

Die anderen drei Beete sind zusammen nochmal so groß wie das größte. Gepflanzt haben wir übrigens unter anderem Erbsen, Möhren, rote Beete, Kürbisse, Sonnenblumen und Bohnen. Der Garten hat aber noch tausend andere Nutzpflanzen, zum Beispiel Erdbeeren, Knoblauch, Rosmarin, Zitronenmelisse und auch Orangen-, Zitronen- und Pfirsichbäume. 
Ansonsten haben wir auch viel mit den Tieren geholfen. Das heißt zum Beispiel Gras für die Kühe sensen, die Schafe füttern und natürlich die Ziegen kuscheln. 

 Ich beim Schafe füttern

Wo wir grade bei Tieren sind, hier in der Gegend gibt es wahnsinnig viele Truthähne. Anni sieht sie dauernd auf ihren Spaziergängen mit Blossom (dem Hund).

Eine Gruppe Truthähne

Und zu guter letzt haben wir es auch endlich geschafft mal den Kombucha zu fotografieren!

Rene's Kombucha in den Geschmacksrichtungen Rote Beeren und Zitrone-Ingwer

Wie schon gesagt, es schmeckt ähnlich wie Bionade und ist gesund. Googelt es wenn ihr mir nicht glaubt (ja Papa, ich meine dich). 
Ja, damit enden nun also unsere drei Wochen hier auf der ökologischen Farm. Uns hat es beiden sehr gut gefallen, mir noch etwas mehr als Anni. Aber nun zu unseren weiteren Plänen. Dafür gebe ich euch mal eine Karte von der Nordinsel, für besseres Verständnis.

Karte der Nordinsel

Also, wir befinden uns gerade ungefähr auf der Hälfte der roten Linie (die stehen für die Autobahnen) zwischen Warkworth und Whangarei. Das ist in der oberen Hälfte der Insel. Da wir jetzt einmal hier oben sind, die Jobangebote hier aber recht dürftig sind, haben wir beschlossen erstmal den Norden der Nordinsel zu bereisen und danach in den Südwesten zur Bay of Plenty (die Bucht bei Tauranga) zu fahren. Dort gibt es wesentlich mehr Arbeit, hoffentlich auch für uns. Auch wenn die Entfernung weit ist, im Norden gibt es nicht so viel was wir uns ansehen wollen. Das wichtigste ist die nördlichste Spitze von Neuseeland, Cape Reinga. Andere Details weiß grade nur Anni, die kümmert sich nämlich darum. Das erzähle ich dann wenns soweit ist. Morgen geht es erstmal zu einem Wasserfall hier in der Nähe und abends dann in eine Glühwürmchenhöhle, bevor wir am Dienstag nach Whangarei hochfahren (das ist die nächste größere Stadt hier) und zu Fantastic Beasts ins Kino gehen (Wuhu!). Weiter geplant ist gerade soweit ich weiß noch nichts, wir werden die nächsten zwei Wochen wohl ziemlich spontan agieren. Was die Frage nach unserer Adresse für Weihnachtspakete angeht, das entscheidet sich sobald wir einen Job haben. Ich gebe sie auf jeden Fall so schnell wie möglich durch.
Ja, das wär's soweit. Ich melde mich sobald wie möglich wieder, aber da wir ja ab morgen keinen WLAN mehr haben kann ich nicht sagen wann genau. Ich kann aber auf jeden Fall versprechen dass es die nächste Zeit wieder viel mehr Blogeinträge geben wird, weil wir ja wieder unterwegs sind und Sachen unternehmen. Da sollten also wieder interessantere Einträge kommen.

Bis dahin liebe Grüße von uns, und genießt die Weihnachtszeit für uns mit!

Donnerstag, 10. November 2016

Hit the road, Jack!

Hallo und willkommen zurück auf unserem Blog! Ich weiß, es hat mal wieder länger gedauert mit dem neuen Eintrag, aber dafür kann ich heute stolz verkünden: Wir haben ein Auto! 

Darf ich vorstellen: Nelly 

Nachdem wir über das Wochenende nach verschiedenen passenden Inseraten gesucht hatten, sind wir am Dienstag zu zwei Besichtigungen nach Auckland gefahren. Letztendlich haben wir dann das erste Auto gekauft und sind damit gleich zurück gefahren. Nelly (benannt nach dem ersten Lied das im Radio lief) ist ein 1998er Toyota Estima mit stolzen 300.000 Kilometern auf dem Buckel. Diejenigen von euch, die jetzt die Hände über dem Kopf zusammenschlagen und mit dem Kopf schütteln kann ich zumindest etwas besänftigen. Autos in Neuseeland müssen alle 6 Monate zum neuseeländischen TÜV, und Nelly hat den Test im August bestanden. Außerdem haben wir sie vor dem Kauf getestet, und sie fährt einwandfrei. Sie hat ein Automatikgetriebe (was äußerst praktisch ist wenn man sich auf Linksverkehr und Lenkrad auf der rechten Seite konzentrieren muss) und fährt mit Benzin. Das ist hier übrigens wesentlich günstiger als zu Hause, den Van kann man für ca. 70 Dollar volltanken, was gerade mal 45 Euro sind. Übrigens ist es kein Zufall dass wir einen Van gekauft haben. Die gesamte Rückseite des Autos ist nämlich zu einem Bett umgebaut, und ich meine wirklich ein richtiges Bett mit Matratze und allem.

Foto vom Kofferraum aus

Außerdem gibt es Vorhänge und verschiedene Decken und Kissen. Unter dem Bett ist genug Stauraum für unsere Rucksäcke und diverse Campingsachen, die wir von den Vorbesitzern übernommen haben. Dazu gehören unter anderem zwei Campingstühle, Brotdosen in allen möglichen Größen, ein Gaskocher mit zwei Gasflaschen, ein Topf, Geschirr, Besteck und Motoröl. Aber ich weiß schon was euch am meisten interessiert. Also schön, wir haben 2.800 Euro bezahlt. Haltet davon was ihr wollt, wir sind zufrieden!

Die Vordersitze

Ja, soviel zu unserem neuen Gefährt. Ansonsten hat sich bei uns nicht viel getan, wir arbeiten im Garten und werden weiterhin mit gutem Essen versorgt. Letzte Woche haben uns Lydia und Rene mit an die Westküste auf einen Spaziergang genommen, das sind nur 20 Minuten im Auto von hier. Das Wasser ist eisig kalt, wir waren also nicht schwimmen.

Verlassener Strand an der Westküste

Die Ergebnisse unserer Arbeit auf der Farm zeige ich euch erst am Ende, aber ich kann schon mal veranschaulichen wie ungewohnt Gartenarbeit für unsere (naja, größtenteils meine) armen Hände ist. Es hat keine zwei Tage gedauert, da war die oberste Hautschicht meiner Hände praktisch komplett runtergerieben. 

Sieht gut aus, oder?

Naja, zum Glück tut es nicht weh, sondern sieht einfach nur lustig aus. 
Das wäre es heute dann auch schon wieder von meiner Seite. Farmleben ist nunmal nicht das spannendste, tut mir leid. Ich melde mich sobald ich wieder was zu erzählen habe, also vermutlich nicht vor nächster Woche. 

Bis dahin liebe Grüße von uns beiden!

Donnerstag, 3. November 2016

Willkommen auf der Farm

Hallo, da sind wir wieder! Es tut mir leid dass ich nicht früher gebloggt habe, aber wir waren die letzten Tage eigentlich durchgängig beschäftigt und mussten auch erstmal Material sammeln. Dafür kann ich heute unsere Farm präsentieren. Also, wir befinden uns im Moment in der Gegend von Kaiwaka, das ist eine Stadt nördlich von Auckland. Wir sind ungefähr zwei Stunden mit dem Bus hierher gefahren und wurden dann von den Gastgebern abgeholt. Wir wohnen bei einem Ehepaar, Rene und Lydia, beide um die 50. Rene kommt aus Deutschland und ist seit 2000 hier und Lydia ist gebürtige Kanadierin, lebt aber schon über zwanzig Jahre hier in Neuseeland. Die Farm haben sie erst letztes Jahr gekauft. Mittlerweile haben sie eine Kuhherde, Schafe, Ziegen, Hühner und einen Hund. Wir hatten perfektes Timing, einen Tag vor unserer Ankunft sind zwei neue Ziegen geboren worden und sie sind supersüß!

 Die Hündin, Blossom

 Anni beim Ziegenfüttern

 Darf ich vorstellen: Yoda

Die beiden neugeborenen Ziegen 

Die Ziegen sind übrigens wahnsinnig anhänglich und lieben es wenn man mit ihnen kuschelt (genau das richtige für uns). Unsere Hauptaufgabe im Moment ist es aber ein Beet zu jäten, was uns schon die ganze Woche auf Trab hält weil es bis Samstag fertig werden muss. Aber kommen wir jetzt zu dem Teil, der euch alle am meisten interessiert: das Essen. Wir frühstücken direkt nach dem Aufstehen und es gibt jeden Tag selbstgemachtes Müsli (sehr sehr lecker), Tee und Obst. Gegen um 1 mittags gibt es Mittagessen, das ist immer ein gekochtes Ei, zwei Scheiben selbstgebackenes Sauerteigbrot mit wahlweise Käse oder Salami und zum Nachtisch Knäckebrot mit Marmelade oder Honig. Abends gegen um 8 gibt es dann eine warme Mahlzeit, das ist meistens Gemüse mit Fleisch in unterschiedlichen Rezepten. Beilagen verwenden sie allerdings gar nicht, außer ab und zu neuseeländische Süßkartoffeln. Oh, und das Standardgetränk ist das hauseigene 'Kombucha'. Das ist ein Kräuterbier, hat aber weniger als einen Prozent Alkohol und schmeckt wie Bionade. Natürlich sind alle Lebensmittel entweder selbstgemacht (damit meine ich auch selbstgezüchtet, selbstgejagt, selbst geerntet und so weiter) oder von einer der Nachbarfarmen und garantiert organisch. Also, zusammengefasst kann ich euch versichern dass wir hier wahnsinnig gesund leben und viele Vitamine zu uns nehmen. Zum Glück habe ich noch Schokolade übrig ...
Eine interessante Sache ist noch das Wassersystem hier. Die Farm habt keinen Wasseranschluss aus der Stadt, sondern sammelt Regenwasser und filtert es. Es gibt auch keine Wassertoilette, sondern nur eine Komposttoilette. Das ist so ähnlich wie ein Dixiklo, nur dass man nach jedem Toilettengang eine Art Sägespäne in die Toilette gibt. Die Späne neutralisieren sämtliche Gerüche und weil die Schalen von Orangen und Zitronen auch mit dahin kommen, riecht es auf der Toilette tatsächlich sehr gut. Es ist am Anfang aber trotzdem gewöhnungsbedürftig.
Insgesamt kann ich nach den ersten Tagen hier aber sagen, dass mir das Konzept von organischen Bauernhöfen sehr gut gefällt. 
Zum Abschluss noch ein Update in Richtung weitere Planung. Wir sind jetzt auf der Suche nach einem Auto und werden uns dann als nächstes einen Job mit Bezahlung suchen.
Das wäre es für heute. Ich melde mich dann nächste Woche wieder, mal sehen ob sich bis dahin etwas spannendes ereignet hat.

Bis dahin liebe Grüße von uns beiden aus dem Nirgendwo!