Wie versprochen gibt es heute den Bericht zum Ayer's Rock, oder wie ihn die Einheimischen nennen (und wie es mir auch besser gefällt), Uluru. Bekanntermaßen handelt es sich dabei um das Wahrzeichen von Australien und außerdem um den größten Monolithen (alleinstehenden Fels) der Welt. Da wir im Endeffekt leider nur einen vollständigen Tag hatten um die Gegend zu erkunden, haben wir uns für diesen Tag zwei Touren gebucht. Die erste war eine Sonnenaufgangstour inklusive einem Ausflug zu Kata Tjuta, umgangssprachlich “die Olgas“ genannt. Der indianische Name bedeutet übersetzt “Ort vieler Köpfe“ und trifft das Aussehen der Felsen ganz gut. Genau wie Uluru sind auch die Olgas durch Plattenbewegungen aus der Erde geschoben worden, was natürlich schon Millionen von Jahren her ist. Heute befinden sie sich in einem Nationalpark, werden allerdings von den lokalen Aborigines verwaltet.
Aber zurück zu unserer Tour. Früh um dreiviertel 5 ging es los mit einem Reisebus zur Sonnenaufgangsaussichtsplattform. Dort gab es Tee, Kakao, Kaffee und Kekse als Snack und natürlich einen perfekten Blick auf den Uluru zum Sonnenaufgang.
Uluru zum Sonnenaufgang
Anni zum fortgeschrittenen Sonnenaufgang
Insgesamt muss ich übrigens sagen, dass sowohl Sonnenaufgang als auch Sonnenuntergang auf den Bildern wesentlich spektakulärer aussehen als wir es in echt erlebt haben. Ich fand es fast ein bisschen enttäuschend, aber die Bilder entschädigen dann doch wieder.
Nachdem wir uns den Sonnenaufgang angesehen haben, ging es zur nächsten Aussichtsplattform, diesmal allerdings für Kata Tjuta. Dort hat man die Felsen aus der Ferne schön im Ganzen gesehen.
Die Olgas von weitem
Als nächstes sind wir direkt zu den Olgas gefahren und konnten auf einem markierten Weg zwischen ihnen herumlaufen. Da haben wir erstmal gemerkt wie wahnsinnig rot das Gestein wirklich ist. Die Farbe kommt übrigens daher, dass das Gestein sehr eisenhaltig ist und Eisen bei ungeschütztem Wettereinfluss rostet.
Bei den Olgas (Der Hut steht mir, keine Wiederrede)
Nach den Olgas wurden wir wieder in unserem Resort abgesetzt. So nah beim Ayer's Rock hat man nur die Option, im Ayer's Rock Resort einzuchecken. Wir haben uns für die preisgünstigste Variante, einen Schlafsaal mit 20 Betten, entschieden, was für zwei Nächte auch absolut in Ordnung war. Innerhalb des Resorts fährt ein kostenloser Shuttlebus und der Flughafentransfer ist auch schon mit bei der Buchung dabei. Es gibt außerdem einen Supermarkt, eine Post, eine Bank, verschiedene Shops und selbstverständlich noch hochwertige Hotels. Wir haben unsere Mittagszeit allerdings dazu genutzt, einen Ausflug zur Kamelfarm zu machen. Geritten sind wir zwar nicht (zu teuer), aber wir konnten uns die Kamele anschauen und sie auch streicheln.
Das Babykamel war einfach zu süß
Halb 3 nachmittags ging es dann wieder in einen Reisebus und zur nächsten Tour, diesmal eine geführte Tour am Uluru mit anschließendem Sonnenuntergang. Der erste Stop war allerdings das Cultural Center der Aborigines. Dort bekommen Touristen einen Einblick in die Kultur und den Glaube der australischen Ureinwohner. Fotos darf man dort nicht machen, deswegen kann ich leider keinen näheren Einblick gewähren. Der Besuch war aber auf jeden Fall sehr interessant.
Der nächste Stop war dann ein Wasserloch, an dem die Aborigines jahrhundertelang gelebt haben. Unser Guide hat uns verschiedene Legenden und Bräuche des Volks erklärt und außerdem veranschaulicht wie Uluru und Kata Tjuta entstanden sind. Außerdem konnte man dort auch gut erkennen, wie die Buschfeuer in Australien manchmal wüten. Es gibt allerdings auch Pflanzen, deren Samen ohne Feuer gar nicht verteilt werden können, wie uns unser Guide erzählt hat.
Auf dem Weg zum Wasserloch
Das Wasserloch mit Zulauf vom Uluru
Beispiel für Buschfeuer
Nach dem Wasserloch ging es dann schließlich zum Aussichtspunkt für den Sonnenuntergang. Dort haben wir uns erstmal über Getränke und ein Snackbuffett gefreut und uns dann dem Sonnenuntergang gewidmet. Ich habe ja schon erwähnt, dass ich es nicht besonders spannend fand, aber die Fotos sind sehr schön geworden.
Die untergehende Sonne
Beginnender Sonnenuntergang
Fortgeschrittener Sonnenuntergang mit dem Mond
Danach ging es dann auch schon wieder zum Resort zurück. Da wir an dem Tag von früh um 4 bis abends um 8 unterwegs waren, sind wir danach einfach ins Bett gefallen. Am nächsten Tag ging es dann ja auch schon nach Sydney.
Bevor ich den Post beende will ich aber noch etwas zum Essen im Resort erzählen. Abgesehen von den üblichen Restaurants und Imbissständen gab es da nämlich noch eine sehr interessante BBQ-Grillbar. Man kauft rohes Fleisch und grillt es anschließend selbst. Dazu gibt es ein Brötchen und ein All you can eat Buffet mit Salat, Kartoffeln, Gemüse und Dessert. Die australische Platte mit Känguru, Krokodil und Emu war uns mit 30 Dollar leider zu teuer, ich hab stattdessen Pute gegessen und Anni eine Würstchenplatte. Wir haben das Buffet wirklich genossen, essen bis wir pappsatt sind kriegen wir hier ja sonst nicht.
Ich am Grill
Annis Teller mit Sachen vom Buffet
Eine Sache bleibt noch zu erwähnen. Im Resort gibt es eine Reihe von kostenlosen Aktivitäten und in eine davon sind wir zufällig auch reingestolpert. Anni wurde dann gleich für einen Aboriginestanz rekrutiert und ich kann nur sagen dass ich es wirklich zutiefst bedauere, dass die Kamera Videos nur per Kabel übertragen kann (wir haben natürlich keins). Deswegen gibt es nur ein Bild, aber es war auf jeden Fall sehr witzig anzusehen.
Anni beim Aboriginestanz
Das war es zu unserem Ausflug zum Uluru. Ich bin mir ehrlich gesagt nicht ganz sicher ob sich der Haufen Geld, den wir insgesamt hier rein investiert haben, wirklich gelohnt hat. Ich bereue es zwar nicht, aber nochmal machen würde ich es wahrscheinlich auch nicht. Naja, zumindest können wir das jetzt von unserer Leben-to-do-liste streichen.
Zum Abschluss kommt jetzt noch eine kleine Anekdote zu unserer Ankunft in Sydney. Die Hostelkette, mit der wir unterwegs sind, hat normalerweise nur ein oder zwei Hostels pro Stadt, aber in Sydney sind es über zehn. Ich war ja für die Hostelbuchungen zuständig und hatte zwar die Buchungsbestätigung ausgedruckt, aber dort stand der Hostelname nicht drauf. Wer jetzt schon ahnt was passiert ist, ahnt bestimmt richtig: Ich hab das falsche Hostel angesteuert. Gemerkt habe ich das leider erst als wir in unserem vermeintlichen Hostel angekommen waren und die Rezeptionsfrau uns nicht im System finden konnte. Da war es dann aber schon so spät, dass wir in unserem eigentlichen Hostel nicht mehr hätten einchecken können. Davon abgesehen lag es natürlich auch noch am anderen Ende von Sydney, ungefähr anderthalb Stunden mit dem Nahverkehr. Das Ende vom Lied war dass wir die Nacht im Osten von Sydney verbracht haben und erst heute in unser eigentliches Hostel eingecheckt haben. Tja, Asche auf mein Haupt und drei Kreuze dass wir die Nacht nicht auf der Straße verbringen mussten. Anni hat die Sache mit den Worten “jetzt kann ich wenigstens auch mal was verbocken“ abgetan. Ich nehme es einfach als Reiseerfahrung.
Damit war es das für heute. Da morgen unser erster richtiger Tag in Sydney ist, gibt es erst übermorgen wieder einen Post.
Liebste Grüße von uns beiden!