Hallo und willkommen zurück! Ja, wir leben noch und uns geht es bestens. Wir konnten uns die letzten Tage nur nicht melden, weil wir am Ayer's Rock praktisch kein Internet hatten. Hätte ich das vorher gewusst, hätte ich den Beitrag zur Great Ocean Road noch am Donnerstag gemacht, so kommt er eben jetzt erst. Dafür gibt es dann gleich morgen den für den Ayer's Rock, versprochen!
Also, wir haben an unserem letzten Tag in Melbourne die Great Ocean Road besucht. Dabei handelt es sich um eine 243 km lange Küstenstraße, die zur Zeit des ersten Weltkriegs gebaut wurde, um den Transport zu erleichtern. Vorher wurden dazu größtenteils Schiffe benutzt, die allerdings regelmäßig aufgrund tückischer Klippen und Riffe sanken. Die Küste bei Melbourne trägt nicht umsonst den klangvollen Namen “Shipwrecking Coast“, zu deutsch Schiffswrackküste. Aber zurück zu unserem Ausflug. Aufgrund der Tatsache, dass die verschiedenen Ausflugsziele entlang der Great Ocean Road ziemlich weit voneinander und vor allem von Melbourne entfernt liegen, haben wir uns für diesen Tagesausflug einer geführten Bustour angeschlossen. Früh um 7 wurden wir an unserem Hostel abgeholt und waren bis abends um 8 unterwegs. Unser Busfahrer war auch gleichzeitig der Tourleiter und hat uns zu jedem Stop etwas erzählt. Der erste Punkt lag ungefähr 40 Minuten außerhalb von Melbourne am Beginn der Great Ocean Road. Dort hatten wir eine Viertelstunde Zeit um die Informationstafel zu lesen, das Meer anzuschauen und natürlich Fotos zu machen.
Der Anfang der Great Ocean Road
Neblige Bucht am Morgen
Der nächste Stop war eine Surferbucht, da war allerdings nur kurz Toilettenpause. Surfer waren bei den kalten Temperaturen und den eher kleinen Wellen aber sowieso kaum unterwegs.
Surferbuchtpanorama
Gegen 9.45 Uhr kam dann das erste Highlight der Fahrt. Wir haben eine längere Pause an einem kleinen Rastplatz gemacht. Unser Tourführer hatte schon vorher erwähnt, das dort wilde Koalas leben, und wir wurden tatsächlich nicht enttäuscht. Hoch oben in den Eukalyptusbäumen saßen zwei (sehr verschlafene) Koalas. Die Fotos sind aufgrund schlechter Lichtverhältnisse und Körperhaltung der Koalas leider nicht gut geworden, aber naja. Die Vögel am Rastplatz haben sich dafür umso besser fotografieren lassen. Wenn man ihnen etwas zu fressen angeboten hat, haben sie sich ohne weiteres auf dem Arm oder sogar dem Kopf der Person niedergelassen. Neben den typischen bunten Vögeln, an die wir ja mittlerweile gewöhnt sind, haben wir erstmals auch Kakadus und deinen Kookaburra (der bekannteste Vogel Australiens) zu Gesicht bekommen. Zum krönenden Abschluss haben wir dann noch Tee und Kekse bekommen, was wirklich ein perfektes Frühstück ergeben hat.
Ein schlafender Koala
Die Vögel fressen aus der Hand
Der Kookaburra
Ein Kakadu
Ich beim Teetrinken
Ungefähr eine Stunde später gab es dann auch schon Mittagessen in einem kleinen Restaurant an einer Bucht, für mich Hähnchen und für Anni Fish and Chips. Danach ging es dann weiter zum nächsten Stop, einem Rundgang durch einen Regenwaldabschnitt. Unser Guide hat viel wissenswertes über die verschiedenen Bäume erzählt, zum Beispiel haben wir die größten Farnarten der Welt gesehen. Außerdem hatte der Wald eine erstaunliche Anzahl an verwachsenen Bäumen zu bieten. Diese Baumart entsteht, indem verschiedene Bäume zu einem zusammenwachsen, wozu manchmal auch totes Holz verwendet wird. Dabei entstehen dann teilweise riesige Löcher direkt über dem Erdboden, weil die verschiedenen Stämme erst weiter oben zusammengehen.
Nein, keine Palmen sondern Farne
Anni und ich in einem der verwachsenen Bäume
Nach unserem Regenwaldspaziergang war das nächste Ziel die eigentliche Hauptattraktion der Tour: die zwölf Apostel. Diese Felsformationen vor der Küstenlinie gehören mit zu den bekanntesten Sehenswürdigkeiten in Australien und ziehen dementsprechend viele Touristen an. Obwohl sie den Namen die zwölf Apostel tragen, gab es schon zum Zeitpunkt ihrer Entdeckung nur neun Felsen. Da die Gebilde aus Kalkstein nach und nach durch das Meerwasser abgetragen werden, steht übrigens fest dass sie auf lange Sicht nicht bestehen werden. Der letzte Apostel ist 2009 eingestürzt, heute kann man also nur noch 8 besichtigen. Wir haben aber sowieso nicht alle gesehen, weil sie sich über eine weitere Strecke verteilen und wir nur am Hauptaussichtspunkt angehalten haben. Ich muss ehrlich sagen, dass ich die Dinger nicht besonders spektakulär fand, aber zum Glück hat unsere Tour ja auch noch andere Sachen beinhaltet.
Ein Teil der zwölf Apostel vom typischen Fotopunkt aus, im Vordergrund der eingestürzte
Die Apostel in besserem Licht
Der letzte Stop, nachdem wir noch an zwei kleineren Buchten waren, war schließlich die Lorch Ard Gorge. Diese Bucht ist benannt nach dem Schiff “Lorch Ard“, das 1878 an den Klippen der Bucht zerschellt und gesunken ist. Zwei Jugendliche haben als einzige das Unglück überlebt und wurden in die Bucht geschwemmt. Der Junge ist daraufhin die gut 50 Meter hohe Steilwand hochgeklettert um Hilfe holen zu können (damals gab es selbstverständlich noch keine Treppen entlang der Wand wie heute). Diese Geschichte hat sowohl der Bucht als auch der gesamten Küste ihre jeweiligen Namen eingebracht.
Die Lorch Ard Bay
Die Treppe zum Strand
Unten am Strand
Für uns war es auf jeden Fall ein interessanter Ausflug, den wir auch auf jeden Fall weiterempfehlen können. Gekostet hat es übrigens ungefähr 70 Euro pro Person, inklusive Mittagessen, Tee und Keksen, aber auch 10 Prozent Rabatt. Wir finden trotzdem dass sich das Geld gelohnt hat und können es wie gesagt nur weiterempfehlen.
Das war’s zur Great Ocean Road und damit auch zu Melbourne. Morgen gibt es dann wie versprochen einen ausführlichen Bericht zu unserer Zeit am Ayer's Rock und danach geht es dann mit Sydney weiter.
Bis dahin liebe Grüße von uns beiden!
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