Samstag, 17. Dezember 2016

Schwarze Strände und Mount Manganui

Hallo ihr Lieben! Dieses mal hat es so lange gedauert weil wir im Moment ja arbeiten und deswegen nicht viel spannendes erleben. Ich kann deshalb heute nur von Erlebnissen vor zwei Wochen erzählen, die ich mir noch aufgehoben habe. Aber naja, besser das als gar nichts. Und nach Weihnachten geht es ja dann auch wieder auf die Reise.
Also, vor genau zwei Wochen haben wir einen Ausflug zur Westküste gemacht und schwarze Strände besucht. Der Name ist ja schon selbsterklärend, der Sand dort ist nicht wie üblich hell, sondern eben dunkel. Wir sind am Meer langspaziert und auf einige Felsen mit klangvollen Namen wie Löwenfels geklettert. Am Abend wollten wir uns eigentlich anschauen, wie die Sonne direkt über dem Meer untergeht, aber leider war es sehr bewölkt.

 Die schwarzen Strände und der Löwenfels

 Ja, der Sand ist wirklich schwarz

 Der Ausblick vom Löwenfels

 Anni vor einer Meeresfelsspalte

Der Sonnenuntergang

Bevor wir angefangen haben zu arbeiten, waren wir in Tauranga noch auf dem Mount Manganui, einem lokalen Berg. Für den Aufstieg haben wir ungefähr anderthalb Stunden gebraucht, weil wir aus Versehen den Basewalk statt dem Aufstiegsweg genommen haben und folglich erst einmal um den ganzen Berg herumgelaufen sind, bis wir endlich hochlaufen konnten. Runter hat es dann ganze 15 Minuten gedauert.

 Mount Manganui

 Ausblick von einem Aussichtspunkt auf der Hälfte

 Panoramablick von der Spitze aus

Anni auf dem Gipfel

Ja, das wäre es auch schon mit den Erlebnisberichten. Aber ich werde mal kurz noch ein paar Worte zu unserem jetzigen Alltag loswerden. Also: Ja, wir leben im Moment in unserem Auto. Das heißt, wir fahren jeden Abend auf einen Parkplatz in einer Bucht, der eine öffentliche Toilette hat, und verbringen dort die Nacht in unserem Auto. Morgens fahren wir dann direkt zur Arbeit, wo wir praktisch den ganzen restlichen Tag verbringen. Duschen können wir jederzeit für einen Dollar in einer Schwimmhalle, die direkt um die Ecke von unserem Parkplatz liegt. Achja, und essen machen wir abends mit dem Campingkocher und ansonsten nutzen wir den Kühlschrank, die Mikrowelle, den Wasserkoche runs den Toaster im Aufenthaltsraum unserer Baustelle. Alles in allem sind unsere Lebenserhaltungskosten also ziemlich gering.

Ich beim Abendessen auf unserem Parkplatz

Und jetzt zum Abschluss noch ein kurzer Überblick zur Arbeit selbst. Also, wir haben jetzt zwei Wochen gearbeitet, wozu noch die nächste Woche kommt. Die ersten drei Tage waren wir als Traffic Controller tätig, also als Verkehrsüberwacher. Dafür haben wir ja auch extra den Kurs absolviert. Letzte Woche Mittwoch gab es dann aber keinen Job in der Branche, deswegen sind wir auf einer Schrotthalde gelandet, wo wir entlang der Auffahrt mit Motorsensen den Rasen gemäht haben. Das hat uns die restliche letzte Woche und die gesamte diese Woche beschäftigt. Die neuseeländische Arbeitsmoral ist uns, vor allem Anni, übrigens schon in Fleisch und Blut übergegangen. Da wird dann auch gerne mal ein Schläfchen während der Arbeit gehalten.

 Anni bei der 'Arbeit'

 Ich bei der richtigen Arbeit

Am Montag durften wir außerdem beim Firmenbarbecue dabeisein. Das war unser erstes neuseeländisches, und insgesamt war es auch ganz gut, vor allem natürlich weil das Essen kostenlos war. Allerdings sind die Würste hier wirklich scheußlich, kein Vergleich zu unseren in Deutschland. Das Fleisch war aber in Ordnung und die Brötchen fand ich sogar richtig gut. Außerdem konnten wir noch ein Getränk namens Ingwerbier probieren. Es heißt zwar Bier, hat aber keinen Alkohol und schmeckt im Prinzip wie Gingerale, nur mit mehr Ingwer und etwas weniger Zucker. Wir fanden das beide sehr gut!

Das Barbecueessen und das Ingwerbier

Trotz allem hoffen wir aber, dass wir ab morgen (Montag) wieder als Traffic Controller arbeiten können, weil wir da mehr Stunden hatten und dementsprechend auch mehr Geld verdient haben. 
Zu Weihnachten fahren wir dann wieder zu Rene und Lydia, weil wir dort verschiedene Dokumente abholen müssen und außerdem gerne ein etwas gemütlicheres Ambiente zu Weihnachten wollen. Und danach geht es dann endgültig weiter mit dem Reisen, wobei der erste Halt erstmal Hobbiton ist (ein Drehort aus Herr der Ringe). Dann haben wir 3 Wochen Zeit, um uns die Westküste und Mitte der südlichen Nordinsel anzusehen, bevor wir am 21. Januar mit der Fähre auf die Südinsel übersetzen.
Mit etwas Glück melde ich mich nächste Woche wieder mit einem Neuseeland-Weihnachtsspecial, auf jeden Fall aber sobald wir wieder reisen. Bis dahin wünsche ich euch eine besinnliche Weihnachtszeit und einen schönen 4. Advent.

Liebste Grüße von uns beiden!

Samstag, 3. Dezember 2016

Sonne, Sand und das Ende der Welt

Hallo, da sind wir wieder! Dieses Mal lag die Verzögerung aber wirklich nicht an uns, wir haben genug zu erzählen (deshalb wird der Eintrag auch sehr lang). Wir haben schlicht und einfach keinen Wlan gehabt, und mit meinen mobilen Daten komme ich nicht weit. Aber jetzt sitzen wir gerade in einer Bibliothek und nach einigen Anlaufschwierigkeiten habe ich das Internet auf meinem Tablet in Gang bekommen.
Aber jetzt zu unseren Erlebnissen. Fangen wir mit dem Highlight an. Wie ihr ja wisst haben wir uns letzte Woche zur Nordspitze von Neuseeland, dem Cape Reinga aufgemacht. Dort angekommen fühlt man sich wirklich, als hätte man das Ende der Welt erreicht. An dieser Stelle treffen der Pazifik und der Tasmansee aufeinander, was bei unruhiger See ohne weiteres zu 10 Meter hohen Wellen führen kann, die mitten im Meer aufeinandertreffen. Leider haben wir stabiles Wetter gehabt, das Meer sah also nicht anders aus als sonst auch, obwohl man auf Bildern den Farbunterschied der Meere ganz gut erkennt. Dort, an der äußersten Spitze des Capes, steht ein hunderte Jahre alter Baum. Laut einer Maorilegende ist er das Tor zur Unterwelt für die Seelen Verstorbener. Alle Seelen von verstorbenen Neuseeländern wandern direkt zum Cape Reinga, um dann auf den Wurzeln des heiligen Baumes hinab in die Unterwelt zu steigen. Logischerweise ist dieser gesamte Nordzipfel also nicht zugänglich für Touristen. Aber dem Leuchtturm auf dem anderen Zipfel kann man ohne weiteres einen Besuch abstatten. Zum Schluss noch ein Fakt am Rande, das Cape Reinga ist geografisch gesehen gar nicht der nördlichste Punkt von Neuseeland. Diesen Titel nehmen ein paar Klippen weiter östlich für sich ein. Cape Reinga zieht aber wesentlich mehr Besucher an.

Anni vor der Westküste vom Cape

 Der Leuchtturm auf dem Cape

 Die Spitze mit dem heiligen Baum

Vom Cape Reinga starten übrigens auch verschiedene Wanderungen, die entlang der Küste führen. Wir haben uns für eine Tageswanderung entlang der Westküste entschieden. Dazu ging es erst den Berg des Capes hinunter, dann einen gefühlt endlosen Strand entlang und danach durch Dünen und über Hügel bis zu einem weiteren Cape. Wir sind früh um 10 gestartet und waren gegen 4 wieder zurück. Insgesamt war die Wanderung ganz schön, allerdings hat das Wetter nicht gut mitgespielt. Den ganzen Tag lang war es windig und es hat immer wieder geregnet. Als wir am Ende wieder den Strandabschnitt zurückgelaufen sind hat uns ein enormer Wind sowohl Regen als auch Sand entgegengeblasen, so dass wir am Ende klatschnass, von oben bis unten sandig und halb erfroren waren. Außerdem hatte die Strecke größtenteils praktisch keine Kennzeichnung, vor allem in den Dünen. Dadurch haben wir uns auch einige Male verlaufen, was aber eigentlich ganz lustig war. Fazit: Ich bin mir nicht sicher ob ich wirklich mehrtägige Wanderungen machen will, aber letzten Endes wird mir wohl nichts anderes übrig bleiben. Hurra!

 Der Start der Wanderung

 Den Berg hinunter

Der Beginn vom Strand

In den Dünen

Auf der Suche nach dem richtigen Weg

Wo wir gerade bei Sand und Dünen sind, auf dem Weg zum Cape Reinga haben wir auch am 90 miles beach halt gemacht. Das ist ein Strand, der offiziell als Straße gilt und mit dem Auto befahren werden kann (solange Ebbe ist versteht sich). Zwar bleiben dort immer wieder Autos stecken und fallen dem Meer zum Opfer, aber wir haben die absolute Ebbe abgepasst und Glück gehabt (wobei ich zugeben muss dass ich der Sache sehr skeptisch gegenüberstand, immerhin habe ich über tausend Euro in das Auto gesteckt). Nunja, lange Rede kurzer Sinn, wir sind einige Kilometer direkt am Meer langgefahren.

Nelly am Strand

Anni fährt

Und weiter gehts mit einer speziellen Sanddüne, die wir am Tag nach unserer Wanderung auf dem Weg in den Süden besucht haben. Diese Düne ist bekannt als guter Ort zum Sandboarden. Diese Aktivität muss man sich vorstellen wie eine Mischung aus Surfen und Rodeln. Man nimmt eine Art Minisurfbrett, läuft eine Sanddüne hoch, setzt oder legt sich auf das Brett und rodelt die Düne hinunter. Klingt spaßig, ist aber mit viel Anstrengung verbunden, weil es ewig dauert eine Sanddüne hochzulaufen. Anni war ganz oben und sah aus wie ein Sandmonster als sie schließlich unten angekommen ist. Ich bin dann nur ein paar Meter hochgelaufen, weil ich nicht so scharf auf den ganzen Sand war. Es funktioniert insgesamt ganz gut, aber man hat praktisch keine Möglichkeit vernünftig zu lenken. Mir gefällt Rodeln auf jeden Fall besser.

Die Düne zum Sandboarden

Annis Blick von ganz oben

Ich beim Rodeln

Anni während sie gerade stürzt

Das war auf jeden Fall das lustigste für mich, mir ansehen wie Anni sich hinbrettert. Aber genug mit dem ganzen Sand. Am nächsten Tag sind wir eigentlich nur Auto gefahren, wobei das einzige Interessante eine Straße mitten durch einen Urwald war.

Wir fahren durch den Urwald

Die nächste Station war dann die Halbinsel Coromandel an der Ostküste von Neuseeland. Dort haben wir die meiste Zeit bei der Cathedral Cove verbracht, einer besonders schönen Bucht in den Klippen, die täglich hunderte von Besuchern anzieht.

Der Ausblick vom Parkplatz

Anni in einem Klippenspalt

Ich vor einem der Meeresfelsen

Die Cathedral Cove selbst

Nachdem wir auf dem Parkplatz übernachtet haben, sind wir dann am nächsten Tag zur eigentlichen Attraktion von Coromandel gefahren, den Hot Water Beaches. Das ist ein Strandabschnitt, der unter dem Sand heiße Grundwasserquellen hat. Das Meer ist zwar kalt, aber man kann sich mit Schaufeln im Sand Löcher buddeln, in denen sich dann heißes Wasser sammelt. Da dieses Phänomen nur zur Ebbe und nur auf ungefähr 10 Metern Strand auftritt, sammeln sich dort tagtäglich sehr viele Menschen aller Altersklassen an, um mit Sandkastenschaufeln wie die verrückten Löcher zu buddeln. Letzten Endes setzten sich aber die allerwenigsten wirklich rein, weil das Wasser wirklich kochend heiß ist. Insgesamt gibt die ganze Sache auf jeden Fall ein ziemlich lustiges Bild ab.

Der Hot Water Beach mit Hochbetrieb

Wir haben auch ein Loch gegraben, aber es war größtenteils wirklich zu heiß zum reinsetzten. Nur Anni saß eine Weile, ich hab mich lieber ein bisschen im Meer abgekühlt.
Als letztes kommt jetzt noch ein Bild von Annis Füßen, auf dem man sehr gut erkennt wie bösartig die Insekten hier sind. Abgesehen von normalen Mücken gibt es hier nämlich noch sogenannte Sandfliegen. Die sehen aus wie Obstfliegen, beißen aber und hinterlassen geschwollene, juckende Stiche für mehrere Tage. 

Annis Füße mit Stichen an den Knöcheln

Nach den Hot Water Beaches sind wir runter nach Tauranga gefahren, wo wir eigentlich Arbeit suchen wollten, aber keine gefunden haben. Stattdessen haben wir aber jemanden kennengelernt, der uns einen Job in Auckland als Verkehrsüberwacher an Baustellen vermittelt hat. Den Job konnten wir tatsächlich schon am nächsten Tag starten und werden ihn jetzt erstmal bis Weihnachten ausführen. An den Wochenenden haben wir aber frei, sodass wir immernoch was unternehmen können. Aber dazu mehr in einem anderen Blogpost, für heute reicht es erstmal. Ich melde mich sobald es wieder geht, versprochen!

Bis dahin liebste Grüße von uns beiden!