Hallo, da sind wir wieder! Dieses Mal lag die Verzögerung aber wirklich nicht an uns, wir haben genug zu erzählen (deshalb wird der Eintrag auch sehr lang). Wir haben schlicht und einfach keinen Wlan gehabt, und mit meinen mobilen Daten komme ich nicht weit. Aber jetzt sitzen wir gerade in einer Bibliothek und nach einigen Anlaufschwierigkeiten habe ich das Internet auf meinem Tablet in Gang bekommen.
Aber jetzt zu unseren Erlebnissen. Fangen wir mit dem Highlight an. Wie ihr ja wisst haben wir uns letzte Woche zur Nordspitze von Neuseeland, dem Cape Reinga aufgemacht. Dort angekommen fühlt man sich wirklich, als hätte man das Ende der Welt erreicht. An dieser Stelle treffen der Pazifik und der Tasmansee aufeinander, was bei unruhiger See ohne weiteres zu 10 Meter hohen Wellen führen kann, die mitten im Meer aufeinandertreffen. Leider haben wir stabiles Wetter gehabt, das Meer sah also nicht anders aus als sonst auch, obwohl man auf Bildern den Farbunterschied der Meere ganz gut erkennt. Dort, an der äußersten Spitze des Capes, steht ein hunderte Jahre alter Baum. Laut einer Maorilegende ist er das Tor zur Unterwelt für die Seelen Verstorbener. Alle Seelen von verstorbenen Neuseeländern wandern direkt zum Cape Reinga, um dann auf den Wurzeln des heiligen Baumes hinab in die Unterwelt zu steigen. Logischerweise ist dieser gesamte Nordzipfel also nicht zugänglich für Touristen. Aber dem Leuchtturm auf dem anderen Zipfel kann man ohne weiteres einen Besuch abstatten. Zum Schluss noch ein Fakt am Rande, das Cape Reinga ist geografisch gesehen gar nicht der nördlichste Punkt von Neuseeland. Diesen Titel nehmen ein paar Klippen weiter östlich für sich ein. Cape Reinga zieht aber wesentlich mehr Besucher an.
Anni vor der Westküste vom Cape
Der Leuchtturm auf dem Cape
Die Spitze mit dem heiligen Baum
Vom Cape Reinga starten übrigens auch verschiedene Wanderungen, die entlang der Küste führen. Wir haben uns für eine Tageswanderung entlang der Westküste entschieden. Dazu ging es erst den Berg des Capes hinunter, dann einen gefühlt endlosen Strand entlang und danach durch Dünen und über Hügel bis zu einem weiteren Cape. Wir sind früh um 10 gestartet und waren gegen 4 wieder zurück. Insgesamt war die Wanderung ganz schön, allerdings hat das Wetter nicht gut mitgespielt. Den ganzen Tag lang war es windig und es hat immer wieder geregnet. Als wir am Ende wieder den Strandabschnitt zurückgelaufen sind hat uns ein enormer Wind sowohl Regen als auch Sand entgegengeblasen, so dass wir am Ende klatschnass, von oben bis unten sandig und halb erfroren waren. Außerdem hatte die Strecke größtenteils praktisch keine Kennzeichnung, vor allem in den Dünen. Dadurch haben wir uns auch einige Male verlaufen, was aber eigentlich ganz lustig war. Fazit: Ich bin mir nicht sicher ob ich wirklich mehrtägige Wanderungen machen will, aber letzten Endes wird mir wohl nichts anderes übrig bleiben. Hurra!
Der Start der Wanderung
Den Berg hinunter
Der Beginn vom Strand
In den Dünen
Auf der Suche nach dem richtigen Weg
Wo wir gerade bei Sand und Dünen sind, auf dem Weg zum Cape Reinga haben wir auch am 90 miles beach halt gemacht. Das ist ein Strand, der offiziell als Straße gilt und mit dem Auto befahren werden kann (solange Ebbe ist versteht sich). Zwar bleiben dort immer wieder Autos stecken und fallen dem Meer zum Opfer, aber wir haben die absolute Ebbe abgepasst und Glück gehabt (wobei ich zugeben muss dass ich der Sache sehr skeptisch gegenüberstand, immerhin habe ich über tausend Euro in das Auto gesteckt). Nunja, lange Rede kurzer Sinn, wir sind einige Kilometer direkt am Meer langgefahren.
Nelly am Strand
Anni fährt
Und weiter gehts mit einer speziellen Sanddüne, die wir am Tag nach unserer Wanderung auf dem Weg in den Süden besucht haben. Diese Düne ist bekannt als guter Ort zum Sandboarden. Diese Aktivität muss man sich vorstellen wie eine Mischung aus Surfen und Rodeln. Man nimmt eine Art Minisurfbrett, läuft eine Sanddüne hoch, setzt oder legt sich auf das Brett und rodelt die Düne hinunter. Klingt spaßig, ist aber mit viel Anstrengung verbunden, weil es ewig dauert eine Sanddüne hochzulaufen. Anni war ganz oben und sah aus wie ein Sandmonster als sie schließlich unten angekommen ist. Ich bin dann nur ein paar Meter hochgelaufen, weil ich nicht so scharf auf den ganzen Sand war. Es funktioniert insgesamt ganz gut, aber man hat praktisch keine Möglichkeit vernünftig zu lenken. Mir gefällt Rodeln auf jeden Fall besser.
Die Düne zum Sandboarden
Annis Blick von ganz oben
Ich beim Rodeln
Anni während sie gerade stürzt
Das war auf jeden Fall das lustigste für mich, mir ansehen wie Anni sich hinbrettert. Aber genug mit dem ganzen Sand. Am nächsten Tag sind wir eigentlich nur Auto gefahren, wobei das einzige Interessante eine Straße mitten durch einen Urwald war.
Wir fahren durch den Urwald
Die nächste Station war dann die Halbinsel Coromandel an der Ostküste von Neuseeland. Dort haben wir die meiste Zeit bei der Cathedral Cove verbracht, einer besonders schönen Bucht in den Klippen, die täglich hunderte von Besuchern anzieht.
Der Ausblick vom Parkplatz
Anni in einem Klippenspalt
Ich vor einem der Meeresfelsen
Die Cathedral Cove selbst
Nachdem wir auf dem Parkplatz übernachtet haben, sind wir dann am nächsten Tag zur eigentlichen Attraktion von Coromandel gefahren, den Hot Water Beaches. Das ist ein Strandabschnitt, der unter dem Sand heiße Grundwasserquellen hat. Das Meer ist zwar kalt, aber man kann sich mit Schaufeln im Sand Löcher buddeln, in denen sich dann heißes Wasser sammelt. Da dieses Phänomen nur zur Ebbe und nur auf ungefähr 10 Metern Strand auftritt, sammeln sich dort tagtäglich sehr viele Menschen aller Altersklassen an, um mit Sandkastenschaufeln wie die verrückten Löcher zu buddeln. Letzten Endes setzten sich aber die allerwenigsten wirklich rein, weil das Wasser wirklich kochend heiß ist. Insgesamt gibt die ganze Sache auf jeden Fall ein ziemlich lustiges Bild ab.
Der Hot Water Beach mit Hochbetrieb
Wir haben auch ein Loch gegraben, aber es war größtenteils wirklich zu heiß zum reinsetzten. Nur Anni saß eine Weile, ich hab mich lieber ein bisschen im Meer abgekühlt.
Als letztes kommt jetzt noch ein Bild von Annis Füßen, auf dem man sehr gut erkennt wie bösartig die Insekten hier sind. Abgesehen von normalen Mücken gibt es hier nämlich noch sogenannte Sandfliegen. Die sehen aus wie Obstfliegen, beißen aber und hinterlassen geschwollene, juckende Stiche für mehrere Tage.
Annis Füße mit Stichen an den Knöcheln
Nach den Hot Water Beaches sind wir runter nach Tauranga gefahren, wo wir eigentlich Arbeit suchen wollten, aber keine gefunden haben. Stattdessen haben wir aber jemanden kennengelernt, der uns einen Job in Auckland als Verkehrsüberwacher an Baustellen vermittelt hat. Den Job konnten wir tatsächlich schon am nächsten Tag starten und werden ihn jetzt erstmal bis Weihnachten ausführen. An den Wochenenden haben wir aber frei, sodass wir immernoch was unternehmen können. Aber dazu mehr in einem anderen Blogpost, für heute reicht es erstmal. Ich melde mich sobald es wieder geht, versprochen!
Bis dahin liebste Grüße von uns beiden!
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