Nach einer Woche in Singapur haben wir viele Eindrücke gesammelt. Sowohl von der Stadt, als auch von den Menschen. Von Einigem, wie den strengen Regeln und hohen Strafen, hatten wir schon vor unserer Abreise gehört. Trotzdem waren wir vom Trinkverbot in öffentlichen Gebäuden und auch von so manchem verbotenen Gegenstand überrascht.
Im Park
Aber auch einige andere Angewohnheiten der Singanesen unterscheiden sich deutlich von unseren. Das Erste, was uns nach der “Beinahe Verhaftung“ von Lotti am Flughafen aufgefallen war, ist die Art und Weise, wie viele Singanesen sich fortbewegen. Sie schlurfen laut über den Boden, ohne ihre Füße zu heben und das häufig in Flipflops oder Latschen. Insgesamt scheinen sich die Singanesen, bei 30 Grad Celsius verständlicherweise, lieber Energie sparend fortzubewegen.
Für jede Treppe gibt es auch eine Rolltreppe und ab und zu sind auch gerade Strecken mit Fahrbahnen ausgestattet, sodass man sich nicht bewegen muss. Auch das Fahrrad hat im Gegensatz zum elektrischen Roller an Bedeutung verloren.
Ein besonderst farbenfrohes Exemplar
Vor allem Geschäftsmänner im Anzug düsen mit ihren elektrischen Zweirädern durch die Fußgängerzonen. Umso überraschender erscheint einem die abendliche Vitalität der Singanesen. Sobald die Sonne gegen 19 Uhr langsam untergeht, kann man an der Promenade der Marina Bay kaum noch laufen, so viele Jogger tummeln sich dort.
Und wer sich nicht sportlich betätigt, sitzt mit hoher Wahrscheinlichkeit in einem der vielen Hawker Centern oder im Park zu einem Picknick, aber nicht auf einer Decke. Viele Singanesen bevorzugen Zeitungen oder Folien und zum Essen gibt es fertige Gerichte aus den Hawker Centern. Man könnte fast meinen, die Singanesen haben keine eigene Küche. Aber wir können das nach der einen Woche gut verstehen. Wenn man so günstig so gut essen kann, würden wir auch nicht mehr kochen. Obwohl das Essen sehr günstig ist, mangelt es nicht am Service.
Uns ist aufgefallen, dass die meisten Geschäfte mehr Angestellte, als Arbeit haben und, dass da auch schnell mal Langeweile aufkommt. Vielleicht räumen die Singanesen auch deshalb ihr Geschirr und ihren Müll (wie im MC Donalds und Co. sonst üblich) nicht selber weg, sondern lassen einfach alles stehen. Müll spielt in Singapur auch eine große Rolle. Der Stadtstaat schmückt sich mit dem Namen “sauberste Stadt der Welt“, und dem können wir nur zustimmen. Vor allem die direkte Innenstadt rund um die Marina Bay ist sehr sauber, man hat keine Probleme sich auf den Boden zu setzen oder etwas auf den Boden Gefallenes doch noch zu essen. Wir haben in der Woche nie einen Obdachlosen und keinen einzigen Hundehaufen (was auch daran liegen kann, dass Singanesen eher Kinder und weniger Haustiere bevorzugen). Doch gilt das natürlich auch nicht für die ganze Stadt und so ist es auch mit der Umweltfreundlichkeit. Während sich die Gardens by the Bay durch ihre ökologische Energieversorgung als innovativ und zukunftsorientiert präsentieren, haben wir in jedem Supermarkt zu unserem Einkauf meist mehrere Plastiktüten bekommen. Auch Teile des Singapur Rivers sind bis wenige Zentimeter unter dem Wasserspiegel mit Müll und Laub gefüllt, sodass Schildkröten und Fische in einer Art Müllhalde leben müssen und auch die überdurchschnittlich starke Industrie verdreckt das Meer und die Luft.
Schildkröten im Kallang River
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Singapur von Gegensätzen geprägt, aber vor allem durch seine kulturelle Vielfalt sehr interessant ist. Auch die größtenteils saubere Erscheinung und die Sicherheit haben Singapur zu dem perfekten Start für unsere Reise auf der anderen Seite der Welt gemacht und wir würden sie jedem weiter empfehlen.
Sonnenuntergang am letzten Abend vor unserem Abflug

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