Hallo, da sind wir wieder! Es tut mir leid dass ich nicht früher gebloggt habe, aber wir waren die letzten Tage eigentlich durchgängig beschäftigt und mussten auch erstmal Material sammeln. Dafür kann ich heute unsere Farm präsentieren. Also, wir befinden uns im Moment in der Gegend von Kaiwaka, das ist eine Stadt nördlich von Auckland. Wir sind ungefähr zwei Stunden mit dem Bus hierher gefahren und wurden dann von den Gastgebern abgeholt. Wir wohnen bei einem Ehepaar, Rene und Lydia, beide um die 50. Rene kommt aus Deutschland und ist seit 2000 hier und Lydia ist gebürtige Kanadierin, lebt aber schon über zwanzig Jahre hier in Neuseeland. Die Farm haben sie erst letztes Jahr gekauft. Mittlerweile haben sie eine Kuhherde, Schafe, Ziegen, Hühner und einen Hund. Wir hatten perfektes Timing, einen Tag vor unserer Ankunft sind zwei neue Ziegen geboren worden und sie sind supersüß!
Die Hündin, Blossom
Anni beim Ziegenfüttern
Darf ich vorstellen: Yoda
Die beiden neugeborenen Ziegen
Die Ziegen sind übrigens wahnsinnig anhänglich und lieben es wenn man mit ihnen kuschelt (genau das richtige für uns). Unsere Hauptaufgabe im Moment ist es aber ein Beet zu jäten, was uns schon die ganze Woche auf Trab hält weil es bis Samstag fertig werden muss. Aber kommen wir jetzt zu dem Teil, der euch alle am meisten interessiert: das Essen. Wir frühstücken direkt nach dem Aufstehen und es gibt jeden Tag selbstgemachtes Müsli (sehr sehr lecker), Tee und Obst. Gegen um 1 mittags gibt es Mittagessen, das ist immer ein gekochtes Ei, zwei Scheiben selbstgebackenes Sauerteigbrot mit wahlweise Käse oder Salami und zum Nachtisch Knäckebrot mit Marmelade oder Honig. Abends gegen um 8 gibt es dann eine warme Mahlzeit, das ist meistens Gemüse mit Fleisch in unterschiedlichen Rezepten. Beilagen verwenden sie allerdings gar nicht, außer ab und zu neuseeländische Süßkartoffeln. Oh, und das Standardgetränk ist das hauseigene 'Kombucha'. Das ist ein Kräuterbier, hat aber weniger als einen Prozent Alkohol und schmeckt wie Bionade. Natürlich sind alle Lebensmittel entweder selbstgemacht (damit meine ich auch selbstgezüchtet, selbstgejagt, selbst geerntet und so weiter) oder von einer der Nachbarfarmen und garantiert organisch. Also, zusammengefasst kann ich euch versichern dass wir hier wahnsinnig gesund leben und viele Vitamine zu uns nehmen. Zum Glück habe ich noch Schokolade übrig ...
Eine interessante Sache ist noch das Wassersystem hier. Die Farm habt keinen Wasseranschluss aus der Stadt, sondern sammelt Regenwasser und filtert es. Es gibt auch keine Wassertoilette, sondern nur eine Komposttoilette. Das ist so ähnlich wie ein Dixiklo, nur dass man nach jedem Toilettengang eine Art Sägespäne in die Toilette gibt. Die Späne neutralisieren sämtliche Gerüche und weil die Schalen von Orangen und Zitronen auch mit dahin kommen, riecht es auf der Toilette tatsächlich sehr gut. Es ist am Anfang aber trotzdem gewöhnungsbedürftig.
Insgesamt kann ich nach den ersten Tagen hier aber sagen, dass mir das Konzept von organischen Bauernhöfen sehr gut gefällt.
Zum Abschluss noch ein Update in Richtung weitere Planung. Wir sind jetzt auf der Suche nach einem Auto und werden uns dann als nächstes einen Job mit Bezahlung suchen.
Das wäre es für heute. Ich melde mich dann nächste Woche wieder, mal sehen ob sich bis dahin etwas spannendes ereignet hat.
Bis dahin liebe Grüße von uns beiden aus dem Nirgendwo!
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