Mittwoch, 18. Januar 2017

Der erste Great Walk

Da sind wir wieder! Es hätte sich nicht gelohnt vor unserem Aufbruch noch einen Eintrag zu machen, also kommt erst jetzt wieder einer. Dafür gibt es aber viele Bilder und einen ausführlichen Bericht zu unserer ersten Mehrtageswanderung.
Vorher aber noch ein paar Worte zur restlichen letzten Woche. Die war nicht so sehr ereignisreich, wir haben größtenteils das Sommerwetter genutzt und Strandtage eingelegt. Außerdem haben wir eine natürlich entstandene Rutschbahn in einem Fluss besucht, wo man mit Brettern oder Schwimmreifen runterrutschen kann. Und abends gab es oft noch einen besonders schönen Mond zu bewundern.

 Stollen darf am Strand natürlich nicht fehlen

 Die Steinrutsche

 Anni beim Rutschen

Der Mond kurz nach Sonnenuntergang

Am Samstag waren wir dann noch am sogenannten “Cape Kidnappers“. Der Name kommt daher, dass dort Ureinwohner von Neuseeland versuchten, den Schiffsjungen von James Cook zu entführen. James Cook war einer der großen Entdecker des 18. Jahrhunderts und ist auch in Neuseeland an Land gegangen. Heutzutage ist das Cape Kidnappers ein beliebter Ausflugspunkt, weil dort jedes Jahr tausende australische Tölpel nisten. Die Vögel sehen ein bisschen wie eine Mischung aus Möwe und Pinguin aus. Man kann direkt an eine der Brutkolonien herantreten und die Vögel beobachten und natürlich fotografieren. Das Cape ist allerdings nur über einen 9 km langen Strandwanderweg zugänglich. Wenn man keine lokalen Tourangebote bezahlen will, bei denen man mit einem Traktor dorthin gefahren wird, bleibt einem nur Laufen übrig. Wir hatten allerdings Glück und sind von einem Neuseeländer auf seinem Quad mitgenommen worden. Die Einheimischen fahren an den Wochenenden oft dort hinaus um Seeigel und Muscheln zu fangen und dann zu verkaufen oder zu essen. Mit 80 kmh auf einem Quad am Strand langzurasen war auf jeden Fall eine Erfahrung kann ich nur sagen!

 Das Quad

 Der Weg hoch zur Kolonie

 Das Cape Kidnappers

 Die Brutkolonie

 Ein Tölpel im Flug

 Ein ausgewachsener Tölpel mit seinem Küken

Das war die letzte Woche. Sonntag haben wir eigentlich nur unsere Rucksäcke gepackt und sind zurück nach Taupo gefahren. Aber bevor wir am Montag starten konnten, hatte Anni natürlich erstmal noch ihren Bungeejump zu bewältigen. 
 Die Bungeeklippe

Anni baumelt vor dem Felsen

Und dann ging es tatsächlich los zum Tongariro Northern Circuit. Das ist ein 48 Kilometer langer Rundwanderweg durch den Tongariro Nationalpark und gehört zu Neuseelands Great Walks (insgesamt 9 besonders schöne Wanderungen im ganzen Land). Im Prinzip umrundet man dabei einmal den Vulkan Mount Ngauruhoe (nein, ich habe keine Ahnung wie das ausgesprochen wird), der einer der aktivsten Vulkane Neuseelands ist. Der letzte Ausbruch war allerdings 1977, also kein Grund zur Panik. Übrigens ist das Aussehen des Vulkans weltweit bekannt, weil er in den Herr der Ringe Filmen die tragende Rolle des Schicksalsbergs verkörpert.
Naja, wir haben jedenfalls unsere Wanderung nicht am Hauptparkplatz gestartet, sondern 7 km weiter auf einem anderen Parkplatz. Sonst hätten wir die Tagesetappe zur Hütte nicht geschafft, weil wir wegen dem Bungeejump ziemlich spät gestartet sind. Nachdem wir erstmal eine Stunde durch ein Tal auf den Vulkan zugelaufen sind, kam dann der alpine Abschnitt. Bevor dieser Weg 2008 erneuert wurde, hörte er auf den klangvollen Namen “Teufelstreppe“. Besser kann ich diesen Abschnitt auch nicht beschreiben, vor allem wenn man noch einen 12 Kilo Rucksack mit sich rumschleppt.

 Der Start der Wanderung

 Anni vor dem Vulkan

Die Teufelstreppe (und das ging noch ewig so weiter)

Nachdem dieser Abschnitt geschafft war, kam ein Abzweig an dem wir entscheiden mussten ob wir noch zusätzlich zu unserer normalen Tour den Vulkan selbst besteigen wollen. Aber bei der Aussicht auf eine Steigung von gefühlt 80 Grad haben wir uns dagegen entschieden. Das hat sich als gute Entscheidung herausgestellt, denn der nächste Streckenabschnitt ging ohne gemachten Weg bei mörderischem Wind durch Geröll einen ebenfalls sehr steilen Grad entlang nach oben. Aber als das endlich geschafft war ging es wenigstens die restliche Strecke nur noch bergab oder geradeaus. Zwischendurch kamen dann auch noch die Emerald Lakes, grün-blaue Seen die in alten Kratern entstanden sind.

 Ausblick vom Grad, indas Tal sind wir dann abgestiegen

 Panoramablick vom Gipfel

 Der Abstieg zu den Seen

Ein Teil der Emerald Lakes

Nach weiteren 2 Stunden wandern haben wir dann endlich die Hütte erreicht. Weil da drin aber keine Plätze mehr frei waren, haben wir im voraus einen Campingplatz gebucht und unser Zelt mitgenommen. Gecampt wurde dann im Sand zwischen ein paar Dünen. Abgesehen davon, dass wir praktisch erfroren sind, war es ... naja, sagen wir einfach ich bin heilfroh dass wir unser Auto wiederhaben. Am nächsten Tag hatte unsere Etappe nur 3 Stunden, deswegen haben wir uns sehr viel Zeit mit allem gelassen und sind am späten Nachmittag beim zweiten Campingplatz angekommen. Die zweite Nacht war nicht ganz so schlimm, aber schön ist immernoch was anderes. Zelten ohne Isomatten ist wirklich nicht zu empfehlen.

 Unser Zelt auf dem ersten Platz

Unterwegs im Niemandsland

Der letzte Tag war vom Weg her am besten. Dadurch dass wir schon früh aufgebrochen sind, waren wir letzten Endes gegen halb drei nachmittags abfahrbereit. Das lag allerdings daran, dass Anni in Rekordzeit zum Hauptparkplatz gesprintet und von dort zu unserem Auto getrampt ist. Sonst hätten wir noch die 7 km laufen müssen, die wir uns am ersten Tag gespart hatten. 
Fazit der ganzen Sache: wir waren beide sehr froh als es vorbei war, aber es hat sich trotzdem gelohnt. Auch wenn die Landschaft teilweise schon ziemlich trostlos war. Aber immerhin wandert man die ganze Zeit im Angesicht des höchsten Bergs der Nordinsel, dem Mount Ruapehu. Das ist der schneebedeckte Gipfel, den man schon von Taupo aus gesehen hat.

Ein Abschlussbild vom Mount Ruapehu

Ja, das war unsere Wanderung. Jetzt sind wir unten in Wellington und warten darauf, übermorgen unsere Fähre auf die Südinsel nehmen zu können. Bis dahin werden wir uns einfach ein bisschen die Stadt angucken.

Also, wie immer liebste Grüße von uns beiden!

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